Da bin ich, mitten in diesem Leben. Es läuft, es gibt die Hochs und Tiefs, die Momente in denen ich alles hinschmeißen will und mich verstecken und die, in denen ich so unfassbar dankbar und euphorisch bin.
Und wie das immer so ist, oder sein muss, bei mir, dreht sich wieder einiges um ein männliches Wesen. Nicht um seiner Willen, sondern der Sache wegen. Weil ich etwas brauche, um das ich mich ein bisschen drehen kann, dass mir Bauchkribbeln macht und dann wieder großen Kummer bereitet.
Das hat oft nicht mal mit Verliebtsein zu tun. Es ist emotionale Langeweile und sich die Hoffnung erhalten auf abenteuerliche Nächte und Ereignisse, sich den Reiz erhalten durch das andauernde Spiel.
Meistens ist es bloß einer, einfach weil mir die Auswahl mickrig scheint und weil ich mich, wenn einmal auf wen eingeschossen, so schwer für andere begeistern kann.
Nur dann verliere ich mich in Ungeduld, überreize und versuche Dinge und Bestätigungen zu erreichen, für die keine „natürlichen“ Voraussetzungen gegeben sind. Und manchmal verliere ich erst meinen Kopf und dann ein bisschen mein Herz, weil ich das Abenteuer so brauche und mein Leben ohne einfach zu sachlich ist. Weil meine innere Stabilität so eng mit der Stabilität dieser wie auch immer zu kategorisierenden „Beziehung“ geknüpft ist. Es geht ja um die Emotionen!
Sich da dann wieder rauszukämpfen ist harte Arbeit und herzlich unlustig, weil mein Ego so involviert und verletzlich ist. Alles, obwohl ich schon von Anfang an irgendwie wusste, wie alles kommt. Obwohl ich zwischendrin vielleicht schon oft eigentlich das Interesse verloren habe und es dann selbst weiter befeuert, um mir und der Welt etwas zu beweisen, um weiter spielen zu können.
So war es ja letztes Jahr auch und am Ende bin ich glorreich zusammengebrochen daran. Alles ganz bewusst bis zum Ende geführt, ein gescheitertes Experiment.
Und nun zeigt sich, was und ob ich gelernt habe. Alle Warnlichter blinken wild und sagen mir: Don’t fucking do it.
Und alles was ich dagegen steuern muss und will ist: Mich beschäftigt halten und mir viele Stabilitätsanker setzen. Freunde, Freunde, Freunde und ein Hobby, dass mich ein bisschen emotional mitreißt und ein bisschen von der Leere füllt – gefahrlos. Verreisen, engagieren, gestalten, mitfiebern irgendwo. Unabhängig werden, sein und bleiben. Ein Spiel ein Spiel sein lassen. Oder eben nicht spielen, wenn ich mir dabei böse weh tue. Verstehen, dass ich Zeit habe.
Das klingt einfach und ist es auch. Wenn ich es wirklich will, dann geht alles.

Du spielst, um die Leere zu füllen? Ich meine das nicht wertend.
Ja, ich denke schon.
“Sich da dann wieder rauszukämpfen ist harte Arbeit und herzlich unlustig, weil mein Ego so involviert und verletzlich ist. Alles, obwohl ich schon von Anfang an irgendwie wusste, wie alles kommt…”
Dein Post spricht mir aus der Seele. Ich kann Dir nachfühlen, weil ich es gerade selbst erlebe. Ich habe mich auf einen Mann eingelassen und das Spiel weitergespielt, die roten Lämpchen hartnäckig ignoriert, obwohl ich eigentlich auch schon von Anfang an gewusst habe, dass es so enden wird. Trotzdem bereue ich es nicht…
Wieso tun wir das? Ist doch eigentlich wirklich crazy…
Liebe Grüsse, Rosalie